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Laparoskopische Appendektomie (Blindarmentfernung)
Die Blinddarm - Operation ist bei weitem nicht der älteste chirurgische Baucheingriff. Erst im Neunzehnten Jahrhundert wurde erkannt, dass die Blinddarm-Entzündung für die tödliche Phlegmone des re. Unterbauches verantwortlich ist ( wer den Medicus gelesen hat, kennt die Seitenkrankheit ) . Die Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes ist zur Behandlung dieser Erkrankung unumgänglich. Die Entwicklung einer einfachen und sicheren Operationstechnik durch amerikanische Chirurgen gegen Ende des vorigen Jahrhunderts hat die Sterblichkeit dieser häufigen Erkrankung deutlich gesenkt. Aber auch heute noch sterben jährlich Patienten an einer Blinddarm-Entzündung. Die Sterblichkeit liegt zwischen 1 bis 5% je nach Gesichtspunkt. Die Blinddarm-Operation ist zwar als einer der größten Erfolge der Chirurgie anzusehen, es sind jedoch bei weitem noch nicht alle damit zusammenhängenden Schwierigkeiten gelöst. Die sichere Diagnose-Stellung ist manchmal schwierig, da andere Erkrankungen im re. Unterbauch ähnliche Beschwerden bereiten. Lageanormalien des Blinddarms besonders während der Schwangerschaft können zu Fehldiagnosen führen. Zusätzlich treten nach der Operation immer wieder Komplikationen auf: von schlechter Wundheilung über Vereiterungen bis zu Darmverschlüssen.
Zwei Langzeitfolgen müssen besonders erwähnt werden: 1. Die Blinddarm-Operation ist die häufigste Ursache für einen - manchmal erst Jahre später auftretenden - Darmverschluss. 2. Von den Frauenärzten werden als Folge der Appendektomie immer wieder Probleme, besonders im Bereich der Sterilität beobachtet. Da es nach laparoskopischen Operationen weniger Verwachsungen im Bauchraum gibt, erwarten wir uns hier von der laparoskopischen Appendektomie deutliche Verbesserungen.

Der Verdacht auf eine Entzündung des Wurmfortsatzes wird klinisch nach Befragen und Untersuchen begründet, die Operationsindikation ist oftmals nur eine Frage der Zeit: Soll der Patient noch 12 – 24 Stunden im Krankenhaus beobachtet werden, oder soll gleich eine diagnostische Bauchspiegelung oder laparoskopische Blinddarmentfernung (Appendektomie) durchgeführt werden? Die minimal invasive Operation erfordert keine Vorbereitung außer, dass der Patient , sechs Stunden nüchtern zu sein. Auch wenn sich die Entzündung als fortgeschritten, mit örtlich begrenzter Bauchfellentzündung, erweist, kann der Wurmfortsatz meist noch laparoskopisch durch drei etwa 1 cm große Schnitte entfernt werden. Nach der Eröffnung einer Eiterhöhle oder bei einer beginnenden Bauchfellentzündung muss der Patient etwa 5 Tage im Krankenhaus bleiben. Die Entstehung von Verwachsungen nach der Bauchoperation wird durch die minimal invasive Technik vermindert.Nach einer unkomplizierten Appendektomie wird der Patient nach 2 – 3 Tagen nach Hause entlassen.
Operationstechnik
hochakute Blinddarmentzündung
Klicken Sie hier zum vergrößernhochakute Blinddarmentzündung
Wir wollen uns nun die Technik der endoskopischen Blinddarm - Operation ansehen. Wie wir es bereits gelernt haben, wird zunächst durch den Bauchnabel hindurch nach Auffüllung des Bauchraumes mit CO 2-Gas ein 10mm Trokar eingeführt. Wir gehen dann mit dem kamerabestückten Laparoskop ein und inspizieren zunächst die gesamte Bauchhöhle im Sinne einer diagnostischen Laparoskopie. Wichtig ist hier, dass immer die gesamte Bauchhöhle angesehen und überprüft wird, um keine Begleiterkrankungen zu übersehen. Danach bringen wir im rechten Unterbauch einen weiteren 10mm Trokar und im linken Unterbauch einen 5mm dicken Trokar ein. Dies sind unsere Arbeitszugänge. Wir gehen dann mit der Faßzange in den Bauch und heben den Blinddarm an. Mit der elektrischen Schere wird das Aufhängeband des Wurmfortsatzes schrittweise durchtrennt bis die Basis des Wurmfortsatzes freipräpariert ist, anschließend eine Fadenschlinge um den Wurmfortsatz herumgeführt und an der Basis zugezogen, um den Wurmfortsatz zu verschließen. Danach erfolgt die Durchtrennung mit der Schere. In manchen Fällen wird die Blinddarmbasis auch mit einem Klammernahtgerät abgesetzt. Dann können wir die entzündete Appendix durch den 10mm Trokar im re. Unterbauch hindurch aus dem Bauch herausziehen. Zum Schluss wird der Stumpf mit einem Jodtupfer desinfiziert. Ist die Operation soweit vollendet, so betrachten wir abschließend nochmals genau das Operationsgebiet, um keine Blutung oder Organverletzung zu übersehen. Danach werden wieder unter Kamerasicht die Trokare aus dem Abdomen entfernt und der Bauch entlüftet.



 
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