Startseite  | Impressum  | Kontakt  | Übersicht
 
 
 
»Magenballon
»Laparoskopisches Gastric banding (Magenband)
»Laparoskopischer Magenbypass
»Laparoskopische biliopankreatische Diversion (Scopinaro)
»Laparoskopische biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS)
»Schlauchmagen
»Magenschrittmacher
 
Standort : Medizin / Chirurgie / Exzellenzzentrum für... / Operationsverfahren ... / Laparoskopische bili... /
Die Biliopankreatische Diversion (Scopinaro)
abb_5_1__bpd_bild_bpd_homepage_.jpg
Die biliopankreatische Diversion (BPD) mit Ausschaltung des Dünndarms von einer gemeinsamen Passage von Nahrung und Verdauungssäften mit einer gleichzeitigen Magenverkleinerung wurde von N. Scopinaro (Scopinaro et al. 1979; EL 4) entwickelt. Ein verbleibender gemeinsamer Verdauungskanal, indem sich Verdauungssäfte (Gallen- und Pankreassaft) mit der Nahrung mischen, auch als Common Channel (CC) bezeichnet, von nur 50 cm führt zu einer Malassimilation von Fett. In der Originaltechnik wird der Restmagen entfernt. In der Ära der MIC wird in einigen Zentren auf die Restgastrektomie verzichtet. In diesen Fällen muß eine mindestens 18 monatige medikamentöse Magensäurehemmung durchgeführt werden, um die Bildung von Ulzera im Restmagen und im Duodenum zu verhindern. Eine dauerhafte Beeinflussung des Hungerhormons Ghrelin entfällt, da der Fundus belassen wird (Adami et al., 2003). Dementsprechend ist das Hungergefühl weiter vorhanden.

Patienten mit BPD können und sollen ausreichend essen.


Technik
 
Die offene Operation erfolgt von Medianschnitt und der laparoskopische Eingriff über 5-6 Trokare, die allesamt im Oberbauch und Mittelbauch platziert werden. Die Trokarpositionen unterscheiden sich prinzipiell nicht vom RNYGB und LAGB. Sie werden jedoch etwas weiter kaudal platziert, um die weiter distal liegende Gastroileostomie und das terminale Ileum zu erreichen. Beim BPD  wird das Fassungsvermögen des Magens ebenfalls mit Hilfe einer Klammernaht reduziert. Nach Skelettieren der großen Kurvatur wird ein Fenster im Bereich des Omentum majus geschaffen, welches eine treppenfömige Resektion des Magens erlaubt. Das Fassungsvermögen des Magens für die Nahrung beträgt dann maximal 200 – 300  ml. Bei dieser Operation wird eine funktionelle Verkürzung des Dünndarms vorgenommen. Das Jejunum wird etwa 250 cm von seiner Einmündung in den Dickdarm  abgetrennt und mit dem Magenpouch anastomosiert. Die Anastomose wird am besten mit fortlaufender Handnaht ausgeführt. Die Verwendung von linearen Klammernahtgeräten ist ebenfalls möglich
Von der Verwendung von Zirkulärstaplern ist abzuraten, da das Ileum nur sehr schwer oder nicht für das Instrument ausfdehnbar ist.  Eine Magensonde wird über die Neuverbindung von Magen und Darm gelegt. Eine „Blauprüfung“ zeigt die „Dichtigkeit“ aller vorgenommenen Veränderungen. Die Entero-entero-Anastomose erfolgt zwischen 50 cm und 75 cm von der Bauhinschen Klappe entfernt als funktionelle Seit-zu-Seit-Anastomose mit Hilfe eines linearen Klammernahtgerätes oder als komplette Handnaht-Anastomose. Die Verwendung von Zirkulärstaplern ist problematisch, da das Ileum einen sehr dünnen Durchmesser aufweist und damit ein Einführen des Instrumentes erschwert.

Komplikationen 
   
Sie sind vom Magenbypass prinzipiell nicht verschieden. Die Letalität für den offenen BPD betrug weniger als 0,5 %. Die Metanalyse von Buchwald et al. (2004) gibt eine Letalität von 1,1 % an, wobei hier laparoskopische und offene Operationen berücksichtigt wurden. Operationstechnische Komplikationen werden zu meist durch Staple-line-Blutungen und Insuffizienzen hervorgerufen. Die Häufigkeit septischer Komplikationen (Abszesse) ist vergleichbar mit dem RNYGB.
Späte Komplikationen sind meist Mangelzustände.
 
Lebenslange Supplementation ist bei Malabsorption essentiell
 
Am häufigsten sind Eisenmangelanämien, die besonders bei menstruierenden Frauen auftreten. Anastomosenulzera treten häufiger bei Männern auf und werden durch Alkohol- und Zigarettenkonsum begünstigt. Mehr als 2/3 entstehen im ersten Jahr nach der Operation. Sie sind durch Medikamente in 94 % zum Abheilen zu bringen, wenn das Rauchen aufgegeben wird. Entstehen Stenosen, so sind Dehnungen notwendig. In seltenen Fällen muß eine operative Revision erfolgen. Eine medikamentöse Prophylaxe kann die Häufigkeit auf 3,2 % senken. Die Osteoporose ist oftmals Folge eines sekundären Hyperparathyreoidismus. Langfristig kann ein Kalziummangel entstehen.
 
Anämien sind mit einer Häufigkeit von bis zu 40 % ist sie in erster Linie auf einen Eisenmangel durch eingeschränkte Resorption und einen Vitamin B12-Mangel zurückzuführen.
 
Anastomosenulzera nach der BPD kommen bei Männern häufiger vor und steht im Zusammenhang mit dem Alkohol-und Nikotinkonsum. Die meisten Ulzera treten im ersten Jahr nach der Operation auf, weshalb Protonenpumpeninhibitoren für mindestens 18 Monate verabreicht werden sollten.
 
Neurologische Komplikationen, wie die periphere Neuropathie und die Wernicke-Encephalopathie treten auf, wenn eine länger andauernde erhebliche Nahrungseinschränkung zu beobachten war. Patienten, die ausreichend essen und B-Vitamine erhalten, weisen diese Auswirkungen nicht auf. Nachuntersuchungen von Scopinaro von 1450 Patienten zeigten keinerlei neurologische Komplikationen. Risikopatienten können mit Thiamin behandelt werden.
 
Eiweißmangel  macht sich durch  Anämie, Kachexie, Ödeme und Haarverlust bemerkbar. Die Restmagengröße hat dabei einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung eines Eiweißmangels. Der „Schlauchmagen“ (größeres Restvolumen) zeigt weitaus seltener einen Eiweißmangel als die quere subtotale Magenentfernung. Eine Eiweißsubstitution sollte prophylaktisch erfolgen. Es kann sich eine kurzzeitige parenterale Substitution notwendig machen.
 
Nierensteine können durch eine verstärkte Oxalatresorption entstehen.
 
Analerkrankungen werden durch vermehrt breiige Fettstühle hervorgerufen (Scopinaro et. al., 1999):
 
4.3 % Hämorrhoiden
1.9% Analrhagaden
0.4% Perianalabszesse
3.5% Akne
0.5 % Furunkel
 
Nachtblindheit kann sich in 3 % durch eine mangelhafte Vitamin-A-Aufnahme entwickeln.

Dumping-Syndrom nach BPD ist nicht selten. 
Dumping nach Konsum von Süßigkeiten ist möglich. Die typischen vasomotorischen Phänomene fehlen, das auf das Fehlen spezifischer Rezeptoren im Ileum zurückzuführen ist.
 
 
Effektivität der Gewichtsreduktion
 
Sie beträgt zwischen 65 % und 75 % (EL 4, EAES) und ist gegenüber restriktiven Verfahren langzeitstabil (Langzeituntersuchungen über 25 Jahre).
 
BPD (Scopinaro) ist die einzige Operationstechnik mit Langzeitstabilität im Gewichtsverlauf




 
  Impuls der Woche
 
 
Die beste Arznei für den Menschen ist der Mensch.  . . .  mehr »
 
 
  Aktuelles
Get Adobe Flash player
alle News | News-Archiv  
 
  Babygalerie
 
     
  printSeite drucken
blättern
  Krankenhaus Sachsenhausen des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes GmbH | Schulstraße 31 | 60594 Frankfurt a. M. | Telefon: 069 6605-0 | Telefax: 069 6605-1769
 
© M3-Marketingagentur