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Magen-Bypass - laparoskopisch in Deutschland im
Krankenhaus Sachsenhausen
In 5-18% der Fälle, nehmen Patienten mit Magenband trotz der Engstelle im
Magen und dem Zwang zu kleinerer Portionen nur unzureichend oder nicht ab. Eine
Möglichkeit das Gewicht zu halten besteht in der reichlichen Kalorienaufnahme
durch Süßigkeiten. Völlig "betrugssicher" ist dagegen die in letzter Zeit in den
USA favorisierte Methode: Der Magen-Bypass (laparoscopic gastric bypass) gilt
dort als Goldstandard der Adipositas-Chirurgie. Bei dieser Operation wird
eine funktionelle Verkürzung des Dünndarms vorgenommen. Das Jejunum wird etwa 70
cm bis 200 cm hinter dem Übergang zum Duodenum abgetrennt und mit einem
künstlich geschaffenen Magen-Pouch in der Nähe des Ösophagus anastomosiert. Die
stillgelegte Jejunumschlinge wird wie bei der Roux-en-Y-Operation
End-zu-Seit-anastomisiert. Die Technik ist sehr komplex und nur von wenigen
Chirurgen laparoskopisch ausführbar. Die Vorteile der Operation ist die
zuverlässige Senkung des Körpergewichts. Typischerweise wird eine Reduktion des
BMI um 18 Punkte (z.B. von BMI 45 auf BMI 27) erzielt. Der Eingriff kann
laparoskopisch durchgeführt werden, erfordert jedoch große Erfahrung und
Geschicklichkeit von Seiten des Operateurs. Auch an der Sahlgrenska
Universitätsklinik in Göteborg wurden die ersten Fälle offen operiert. In
Sachsenhausen ist durch Prof. Weiner 2001 mit dieser Technik begonnen worden.
Die "bariatrischen" Operationen reduzieren zwar das Körpergewicht und
mindern vielfach den Appetit der Patienten. Auf die Esslust haben sie jedoch
keinen Einfluss. Wie Universitätsdozentin Dr. Elisabeth Ardelt-Gattinger von der
Universität Salzburg ausführte, erfüllen 80% aller Patienten mit einem BMI von
35 alle drei im ICD 10 genannten Kriterien einer Sucht. Ab einem BMI von 40 sind
es sogar praktisch 100%. Das Verlangen nach dem Essen sei ebenso stark wie bei
Rauchern der Schmacht zur Zigarette und beim Alkoholikern der Drang zum nächsten
Drink. In einer Studie an Patienten mit Magenband konnte Ardelt-Gattinger
zeigen, dass die Patienten nach der Operation häufig unter Entzugssymptomen
leiden. Das stärkste Suchtverhalten zeigen Patienten, die nach der Operation
nicht abnahmen. Anders als dies in den Medien dargestellt wird, ist die
Operation keineswegs ein Ersatz für eine Ernährungstherapie. Um Erbrechen und
Dumping zu vermeiden, müssen vor allem Patienten mit einem Magenbypass die
Nahrung sehr gut kauen. Sie sollen niemals gleichzeitig trinken und essen, sie
müssen einige Nahrungsmittel (z.B. sehr fleischhaltige Nahrung) sowie Zucker
(Dumping-Gefahr) und CO2-haltige Getränke meiden. Da sie weniger essen und wegen
der veränderten Anatomie müssen die Patienten Vitamine (wasserlöslichen
Vitamine, B1,B6, Folat), Eisen und Calcium substituieren.
Ernährungsempfehlungen Nachsorge und Ernährung
nach Entlassung: Nachdem die Patienten die erste Phase des Kostaufbaus im Krankenhaus
toleriert haben, werden Sie fortschreiten zu einer Ernährung aus pürierter und
weicher Nahrung, die niedrig in Fett- und Zuckerzusammensetzung ist. Es ist an Ihnen die
Menge, welche Sie essen festzulegen.
Denken Sie daran: ihr Magen ist klein: (Form und Größe einer kleinen Banane)
Nahrungsbeispiele: -ungesüsster Apfelmus, pürierte Dosenpfirsiche (ohne Soße), weiche Bananen
-püriertes
Fleisch und Geflügel, weiche Eier, Baby-Nahrung -niedrig-fetter Käse, ungesüsster
Pudding -weichgekochtes Gemüse, mit der Gabel zerdrückt -Hafergrütze, etc Nach Entlassung werden die Patienten bis auf weiteres
angewiesen feste Nahrung zu meiden. Kohlenhydratreiche Getränke sind generell
untersagt. Medikationen dürfen nur in
Pulverform oder als Lösung eingenommen werden. Am günstigsten sind Zäpfchen. Sie werden mit
einer Weich-Ernährung aus dem Krankenhaus entlassen werden und diese für etwa
drei Wochen beibehalten. Nachdem Sie Phase 2 toleriert haben, werden Sie langsam zu
einer leichten Ernährung übergehen, die sich auf Proteine, niedrig
laktosehaltige Milchprodukte stützt und wenig Zucker und Fett enthält. Dieses Stadium ist sehr
individuell, Sie können Intoleranzen für bestimmte Nahrungsmittel erleben.
Versuchen Sie diese Essensbestandteile nach einer Woche wieder und kauen Sie
dabei besonders gründlich und essen Sie langsam.
Nahrungsbeispiele: -
Fleisch/ Wurst; Hühnerflügel und Brust ohne Haut! - Eier, weichen Schuppen-Fisch,
Dosen-Thunfisch, Tofu-Produkte - niedrig fetter Käse - gekochte oder Dosenfrüchte - Crackers, Toast, niedrig-zucker
Cornflakes Nachdem Sie Phase 3 toleriert haben, werden Sie langsam
zu einer normalen Ernährung übergehen, die sich auf Proteine und Milchprodukte
stützt und weiterhin Zucker und Fett vermeidet. Es sollte schließlich
schrittweise von weicher zu festerer Nahrung übergegangen werden. Hierbei sollte
mit gekochtem Huhn und Fisch begonnen werden. Fleisch könnte einige Zeit
überhaupt nicht vertragen werden. Die Patienten werden zu langem Kauen der
Speisen sowie zu Pausen zwischen den einzelnen Bissen angehalten. Beim Eintreten
eines Völlegefühls sollte die Nahrungsaufnahme beendet werden. Pro Tag sind 3 Mahlzeiten
einzuhalten; das Auslassen einer Mahlzeit ist zu vermeiden. Zwischenmahlzeiten
sollten wenn überhaupt nur wenig Kalorien enthalten, wie z. B. reines Popcorn,
Sellerie oder Karotten. ALLGEMEINE HINWEISE : Limitieren Sie die Verwendung von Ölen, Fetten,
Mayonese etc.!! Trinken Sie Light oder Diät Produkte mit
reduziertem Zuckergehalt !! ( viel Wasser) Vermeiden Sie
Getränke ½ Stunde vor einer Mahlzeit Trinken Sie eine
halbe Tasse Flüssigkeit pro Stunde Überessen Sie
sich nicht – Hören Sie auf, wenn Sie satt sind Essen Sie immer zuerst die Proteine (Milch, Käse, Fisch,
Eier) Dann Gemüse und
Früchte und dann erst Kornprodukte Allgemeine Grundsätze
ein Leben lang Essen Sie langsam und kauen Sie
gründlich! Vermeiden Sie konzentrierten Zucker, dieser verlangsamt den Prozess des
Abnehmens. Vermeiden Sie hochfettige Produkte, diese können zu Durchfällen,
Blähungen, Unwohlsein und Gewichtszunahme
Trinken Sie keine grossen Flüssigkeitsmengen mit
Ihrer Mahlzeit oder kurz zuvor. Wenn Sie sich mit Flüssigkeit auffüllen, dann
ist kein Platz mehr für ihr Essen. Denken Sie daran: Ihr Magen kann nur wenige Milliliter nach
der Operation aufnehmen. Sie werden sich möglicherweise satt nach ein bis zwei
Esslöffeln fühlen. Überessen Sie sich nicht! Über die Zeit wird sich Ihr Magen
ausdehnen. Es braucht 6-9 Monate für Ihren neue Magengröße sich zu
stabilisieren und Ihnen Ihre normalen Essensmengen zu erlauben. Hören Sie auf zu Essen,
wenn Sie sich satt fühlen, wenn Sie dieses Zeichen ignorieren, dann wird
Erbrechen folgen und der Magen wird ausgedehnt. Wenn Sie sich nicht fähig fühlen
Sachen einzubehalten und Probleme haben hydriert zu bleiben, dann trinken Sie
„Gatorade“, welches über Elektrolyte verfügt, die wichtig für den Erhalt der
normalen Zellfunktion sind. Trinken Sie mindestens 6-8 Tassen Flüssigkeit am Tag, um
Dehydratisierung zu vermeiden. ( Kontrollieren Sie
sich auf folgende Zeichen : Kopfschmerz, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Lethargie,
tiefe Rückenschmerzen, weißer Zungenbelag und dunkler Urin) Essen Sie drei Hochproteinreiche
Mahlzeiten und einen hochproteinhaltigen Snack am Tag. Vermeiden Sie häufige
Zwischenmahlzeiten, welche zu Gewichtszunahme führen können. Mahlzeiten und Snacks
sollten stark proteinreich sein. Protein ist notwendig, um Muskelmasse zu
erhalten und die Wundheilung zu verbessern. Ziel ist 50-60 mg pro Tag in den
ersten Wochen nach der Operation Was sollte man meiden: Eis, Kakao, Pudding, Trockenfrüchte,
Zucker-Cornflakes, Donuts, Kuchen, Kekse, Gelees (Grütze, Götterspeise, Sülze),
normale Limonade, Cola, gezuckerter Eistee, Honig, Zucker, Süßigkeiten,
Sirup Achtung: Nach Möglichkeit immer Diät-Produkte
verwenden. Führen Sie ein
Mahlzeiten-Protokoll. Dort können Sie auch Unverträglichkeiten vermerken und
sich selbst kontrollieren) Nahrungsunverträglichkeiten Die häufigsten Nahrungsunverträglichkeiten sind langfaseriges Fleisch
(Schweine- und Rindfleisch).
Vitamin-Supplementation Mit einer
Vitamin-Supplementation wird frühestens nach der 3. postoperativen Woche
begonnen. Sie werden nach der Operation lebenslang zusätzliche Vitamine und
Mineralien zuführen müssen, um Mangelernährung zu vermeiden, da Sie nicht alle
Nährstoffe aus der Nahrung ausreichend absorbieren können. Diese besteht aus einer täglichen
Dosis an Multivitamintabletten und Calcium. Das Vitamin B12 wird wie nach
Magenentfernung in herkömmlicherweise mindestens einmal im Jahr (100.000 IE),
besser quartalsweise verabreicht. Eine Überdosierung gibt es hier nicht, denn
das überschüssige Vitamin wird ausgeschieden. Bei menstruierenden Frauen wird
zusätzlich eine Eisenzufuhr empfohlen. Sollten Patienten noch eine Gallenblase
haben, kann das Auftreten von Gallensteinen durch die Gabe von bestimmten
Gallensäuren während der ersten 6 postoperativen Monate von fast 40% auf 3 %
reduziert werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich im ersten Jahr alle 3
Monate zum Follow-up melden. Die spätere ärztliche Betreuung wird individuell
abgestimmt. Es muss eine lebenslange ärztliche Kontrolle erfolgen. |