Wenden wir uns also jetzt der praktischen Durchführung einer Bauchspiegelung zu. Bei vielen unklaren Schmerzzuständen im Bauch ist es mit allen zur Verfügung stehenden diagnostischen Maßnahmen nicht möglich, eine eindeutige Ursache für die geäußerten Beschwerden zu finden. Bei diesen Fällen führen wir eine sog. diagnostische Laparoskopie durch; das heißt, dass wir mit Hilfe des Laparoskopes in den Bauchraum hineinblicken um so die Ursache für die Beschwerden festzustellen. Dazu punktieren wir den Bauchraum mit einer Nadel (Kanüle) . Als Punktionsort nehmen wir normalerweise die Nabelgrube, weil hier der Abstand zwischen Haut und Bauchhöhle am dünnsten ist. Hinzukommt, daß die in der Nabelgrube angelegte und wieder vernähte Wunde optisch später nicht auffällt. Bei der Punktion beachten wir einige Sicherheitstests, um nicht aus versehen Blutgefäße oder Organe zu verletzten. Wenn mit der Kanüle die Bauchhöhle korrekt punktiert wurde, wird ein steriler Schlauch zwischen Kanüle und Gasinsufflationsgerät angeschlossen. Danach beginnt das druckgesteuerte Einblasen von CO 2-Gas in die Bauchhöhle. Während des Gaseinblasens wird immer wieder automatisch der in der Bauchhöhle bestehende Druck gemessen. Die Obergrenze für diesen Druck geben wir mit 15 mm Quecksilbersäule vor. Für die Füllung der Bauchhöhle werden je nach Körpergröße des Patienten zwischen 3,5 bis 7 l Gas erforderlich. Ist die Bauchhöhle prall mit CO 2-Gas gefüllt, so entfernen wir die Kanüle und erweitern die Nabelwunde geringfügig um dann mit einem 10mm dicken Sicherheitstrokar einzustechen. Hierbei handelt es sich um einen 10 mm dicken Spieß, welcher in einer entsprechenden Hülse eingeschoben ist. Die Hülse ist nach Entfernung des Spießes mit einem Ventil gasdicht zu verschließen. Dieses System wird durch den Nabel eingestochen , dann wird der Trokar entfernt und die mit einem Ventil verschlossene Hülse bleibt als " Schleuse " in der Bauchdecke liegen. Durch diese Hülse kann dann anschließend ohne Gasverlust das 10mm starke Laparoskop eingeführt werden. Wir führen das Laparoskop immer unter Kamerasicht in die Bauchhöhle ein, so dass wir sofort die richtige Plazierung erkennen. Danach wird erneut der CO 2-Gas-schlauch an die Trokarhülse angeschlossen, so dass ab jetzt automatisch das unter Umständen entweichende Gas druckgesteuert nachgefüllt wird. Bei der diagnostischen Laparoskopie machen wir dann anschließend einen "Spaziergang durch die gesamte Bauchhöhle " . Um die Oberbauchorgange ( Leber, Magen, Milz ) beurteilen zu können, wird der Patient auf dem Operationstisch in eine Schräglage mit angehobenem Kopf gebracht. Dadurch rutschen die Därme nach unten und geben den Blick auf die Oberbauchorgane frei. Umgekehrt ist es , wenn wir die Unterbauchorgane , wie zum Beispiel den Blinddarm, die Gebärmutter und die Eierstöcke inspizieren wollen. Hier wählen wir die Schräglage so, dass der Kopf gesenkt und die Füße angehoben werden. Auf diese Art und Weise können wir den gesamten Bauchinnenraum beurteilen. Von verdächtigen Organen können kleine Portionen als sog. Biopsie mit einer entsprechenden Zange abgezwickt und entfernt werden. Diese Gewebsproben werden dann anschließend feingeweblich untersucht, um zum Beispiel eine Erkrankung der Leber oder einen bösartigen Tumor zu bestätigen. Finden wir nach der ausgiebigen Besichtigung und eventuellen Probe-Biopsie keinen weiteren operationswürdigen Befund, so beenden wir den Eingriff als diagnostische Laparoskopie, das heißt, wir entfernen den oder die Trokare jeweils unter Kamerasicht, damit sich keine Baucheingeweide in die kleinen Einschnitte einklemmen und verschließen dann die Wunden mit Nähten.