Krankenhaus Sachsenhausen

Diakonie im Zentrum

fachlich kompetent –
    christlich engagiert

Die DGD-Kliniken sind ein christlicher Klinikverbund, der den einzelnen Patienten als Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und zugleich eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellt.

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Endoskopische Adipositastherapie

Spezielles endoskopisches, narbenfreies Verfahren zur Therapie der Adipositas

Was ist das Endo-Sleeve-Verfahren?
Der endoskopische Schlauchmagen (Endo-Sleeve) - auch als Magen-Sleeve ohne Operation bekannt, ist eine neuartige narbenfreie Behandlung zur Magenverkleinerung. Wie bei der Magenspiegelung wird ein Endoskop durch den Mund in den Magen eingeführt. Anschließend wird mit einer speziellen Nahttechnik (s. Video) das Volumen des Magens um bis zu 70 % verkleinert und die Passage der Speise verlangsamt.

Der endoskopische Schlauchmagen ist somit kein operativer Eingriff, sondern ein endoskopischer Eingriff, der jedoch unter Vollnarkose in einem Operationssaal mit allen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt wird.

Die Prozedur dauert meistens ca. eine Stunde. In der Regel muss der Patient 2-3 Tage stationär im Krankenhaus bleiben. Der Patient kann sich nach dem Eingriff zunächst durch flüssige Kost ernähren. Danach wird durch eine begleitende Ernährungsberatung die Nahrungsaufnahme langsam aufgebaut.

Die Fortführung einer gesunden Ernährung sowie eine Lebensstilanpassung sind Voraussetzung für den (langfristigen) Erfolg des Verfahrens. Nach einem endoskopischen Schlauchmagen gelten die gleichen Ernährungsregeln und Verhaltensmaßnahmen wie nach einem Schlauchmag

  • langsam Essen
  • gut kauen
  • sobald das Sättigungsgefühl auftritt, nicht weiter essen
  • Essen und trinken zeitlich voneinander trennen
  • ausreichend trinken
  • Kohlensäurehaltige Getränke sollten Sie meiden
  • Lang- und grobfasrige Nahrung meiden
  • kleine Portionen am Tag zu sich nehmen
  • keine Zwischenmahlzeiten
  • bewusst Essen (vitaminreich, ausgeglichen)
  • keine schmelzenden oder flüssigen Kalorienbomben zu sich nehmen
  • Alkohol vermeiden

Welche Patienten kommen in Frage ?
Gedacht ist der Endo-Sleeve besonders für Patienten mit mäßigem bis höhergradigem Übergewicht (BMI 35 bis  40 kg/m²) bzw. Begleiterkrankungen (BMI 30 - 35 kg/m²), die sich bewusst gegen einen der bauchchirurgischen Eingriffe wie den laparoskopischen Schlauchmagen oder den Magenbypass entscheiden. Eine konservative Therapie zur Gewichtsreduktion mit Ernährungsumstellung und Sport muss im Vorfeld ausgeschöpft sein.

WICHTIG: Auch wenn das Endo-Sleeve-Verfahren ein schonender Eingriff ist, kann die Indikation nur durch einen Adipositaschirurgen zusammen mit einem multidisziplinären Team gestellt werden.

Wieviel Gewichtverlust ist zu erwarten?
Mit der endoskopischen Therapie über das Endo-Sleeve-Verfahren ist prozentual eine geringere Gewichtsabnahme als mit den effektivsten Adipositasoperationen (Magenbypass, Magenschlauch) zu erzielen. Es ist mit einem Gewichtsverlust von ca. 60 (70%) des Übergewichts (% EWL) in 1 bis 2 Jahren zu rechnen (Chirurgische Verfahren 60 bis 80% EWL). Das gelingt allerdings nur, wenn die Patienten die weitere Behandlung in enger Verbindung mit  Ernährungsberatung und Bewegungstherapie durchführen. Durch aktive Mitarbeit der Patienten an der weiteren Ernährungsberatung und Bewegungstherapie nach Endo-Sleeve können Ergebnisse bis über 70% Excess Weight Loss (EWL) erreicht werden.

Gibt es Risiken bestehen bei diesem Eingriff?
Das Endo-Sleeve-Verfahren ist ein sehr schonendes Verfahren. Komplikationen, wie Blutungen aus der Nahtstelle am Magen, Blutansammlung (Hämatom) an der Milz oder Leber, Verletzung des Magens oder der Speiseröhre, sind sehr selten und werden in der Regel konservativ (endoskopisch), also nicht chirurgisch, behandelt.

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