Universitätsmedizin Frankfurt bietet am Schiffer Campus die Sklerotherapie an
Die Universitätsmedizin Frankfurt erweitert ihr Therapiespektrum für Patientinnen mit Endometriose: Die Gynäkologie am Schiffer Campus bietet nun die laparoskopische Sklerotherapie zur Behandlung von Endometriosezysten am Eierstock an. Das Verfahren gilt als besonders schonend und bietet vor allem Frauen mit Kinderwunsch neue Perspektiven bei der Behandlung der Endometriose.
Endometriose betrifft schätzungsweise bis zu zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Bei der Erkrankung wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, und bildet dort Endometriosezysten, die so genannten Endometriome. Dadurch werden chronische Entzündungsreaktionen ausgelöst. Betroffene leiden häufig unter starken Unterleibsschmerzen, Blutungen und einem unerfüllten Kinderwunsch.
Für Frauen mit Endometriose an den Eierstöcken ist die Sklerotherapie eine schonende Alternative zur Behandlung der Endometriosezysten. Dabei wird die Endometriosezyste punktiert, entleert, gespült und anschließend mit hochprozentigem Alkohol (Ethanol) behandelt. Das Ethanol verödet gezielt die krankhafte Zystenwand, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
„Die Sklerotherapie ist ein wichtiger Schritt hin zu einer noch individuelleren und schonenderen Behandlung der Endometriose“, erklärt Dr. Anna Maria Kubiak, Chefärztin der operativen Gynäkologie am Schiffer Campus der Universitätsmedizin Frankfurt. „Gerade bei Frauen mit Kinderwunsch ermöglicht uns dieses Verfahren, die Eizellreserve der Patientinnen bestmöglich zu schützen und gleichzeitig eine effektive Therapie anzubieten.“
Minimal-invasiv und ovarschonend
Studien belegen, dass die klassische operative Entfernung von Endometriosezysten die ovarielle Reserve (Eizellreserve) beeinträchtigen kann. Die Sklerotherapie hingegen zeigte deutlich geringere Auswirkungen auf die Eierstockfunktion und gilt daher als besonders geeignet für Frauen mit Kinderwunsch.
Zudem bietet die laparoskopische Sklerotherapie den Vorteil, dass weitere eventuell vorhandene Endometrioseherde, die nicht an den Eierstöcken, sondern beispielsweise im Bauch- und Beckenraum angesiedelt sind, ebenfalls während des Eingriffs chirurgisch entfernt werden können.
Trotz der vielversprechenden Studienlage zur Sklerotherapie bleibt die Wahl der Endometriose-Therapie individuell. Die Sklerotherapie eignet sich insbesondere für Patientinnen mit Endometriosezysten und bestehendem Kinderwunsch, während bei komplexeren Befunden weiterhin eine chirurgische Entfernung der Endometriose notwendig sein kann.





